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Tunnel in Norwegen mit dem Fahrrad: Verbote und Umfahrungen

Welche Tunnel in Norwegen für Radfahrer gesperrt sind, wie du die Schilder erkennst, was in erlaubten Tunneln gilt und wie du Lærdal, Oslofjord und Co. umfährst.

Tunneldaten Stand 27. September 2026
Die Karte beruht auf OpenStreetMap, einer von Freiwilligen gepflegten Karte. Maßgeblich sind die Schilder vor Ort: Ein Verbotsschild gilt auch dann, wenn der Tunnel hier nicht als gesperrt markiert ist.
  • 924

    Tunnel ab 200 m

  • 424

    für Räder gesperrt

  • 36

    ausdrücklich erlaubt

Karte der Tunnel

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Radfahren im Tunnel

  • Für Räder gesperrt
Größere Punkte stehen für längere Tunnel. Tippe auf einen Punkt für Name, Länge und Straße.

Daten: © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL). Als gesperrt gilt ein Tunnel, wenn er als Kraftfahrstraße, Autobahn oder mit Radverbot erfasst ist. „Keine Regel erfasst“ heißt: In den Daten steht keine Regel, Radfahren ist dann meist erlaubt.

Die längsten gesperrten Tunnel

Die längsten Straßentunnel mit Radverbot
TunnelStraßeLänge
LærdalstunnelenE 16ca. 24,4 km
Ryfylketunnelen13ca. 14,4 km
GudvangatunnelenE 16ca. 11,4 km
Folgefonntunnelen49ca. 11,1 km
Toventunnelen78ca. 10,7 km
Jondalstunnelen49ca. 10,1 km
MælefjelltunnelenE 134ca. 9,3 km
LyshorntunnelenE 39ca. 9,2 km
Kjøsnestunnelen5ca. 8,6 km
KorgfjelltunnelenE 6ca. 8,5 km
Vallaviktunnelen13ca. 8,4 km
BømlafjordtunnelenE 39ca. 7,9 km
Knappetunnelen557ca. 7,9 km
Eiksundtunnelen653ca. 7,8 km
Svartistunnelen17ca. 7,6 km

Norwegen hat über tausend Straßentunnel, und wer mit dem Rad unterwegs ist, fährt durch viele davon. Die meisten sind für Radfahrer erlaubt. Einige aber nicht, und gerade die liegen oft an Stellen, an denen es keine offensichtliche Alternative gibt. Wer seine Route plant, sollte die Tunnel deshalb vorher prüfen. Die Karte auf dieser Seite zeigt alle Tunnel, die in OpenStreetMap als für Räder gesperrt eingetragen sind.

Warum viele Tunnel für Räder gesperrt sind

Laut Statens vegvesen und Sirasverden sind vor allem drei Arten von Tunneln für Radfahrer verboten:

  • alle Autobahntunnel, weil auf Autobahnen ohnehin nicht Rad gefahren werden darf,
  • besonders lange Tunnel, in denen Radfahrer lange dem Verkehr, Lärm und Abgasen ausgesetzt sind,
  • die meisten Unterwassertunnel, die mit starkem Gefälle unter das Meer führen und auf der anderen Seite steil wieder hinauf.

Manchmal ist ein Tunnel auch gesperrt, weil es eine brauchbare Umfahrung für Räder gibt. Statens vegvesen nennt als Gründe, Tunnel generell zu meiden, auch Dunkelheit, Kälte und schlechte Luft.

Schilder erkennen

  • Verbot für Fahrräder: ein rundes Schild mit rotem Rand und schwarzem Fahrrad auf weißem Grund, direkt vor der Einfahrt oder an der letzten Abzweigung davor.
  • Zusatzschilder: Unter Verbotsschildern (etwa für Motorfahrzeuge oder für Durchgangsverkehr) steht manchmal „Gjelder ikke sykkel“, also „gilt nicht für Fahrräder“. Dann darfst du durch.
  • Bei einer Kontrolle 2021 fehlte an 27 von 78 Tunneln an Staatsstraßen das Verbotsschild. Statens vegvesen hat die Schilder inzwischen nachgerüstet. Verlass dich trotzdem nicht nur auf die Beschilderung, sondern prüf die Route vorher.

Zum Prüfen eignet sich vegkart.no, die offene Straßendatenbank von Statens vegvesen. Dort kannst du nach Tunneln mit Radverbot filtern. Eine zweite Quelle ist die Tunnel-Datenbank von cycletourer.co.uk, die Radfahrer aus ganz Europa pflegen. Sie ist nicht amtlich geprüft, aber meist zuverlässig und enthält Tipps zu Umfahrungen.

Was in erlaubten Tunneln gilt

  • Licht vorn und hinten ist Pflicht. Im Tunnel ist es auch am hellen Sommertag dunkel.
  • Warnweste oder Reflexkleidung: Statens vegvesen empfiehlt sie ausdrücklich. An einigen Tunneln liegen Warnwesten zum Ausleihen bereit.
  • Warnknopf „Syklist i tunnel“: Manche Tunnel haben am Eingang einen Knopf. Drückst du ihn, blinkt für die Autofahrer ein Warnlicht, das auf Radfahrer im Tunnel hinweist. Wo es den Knopf gibt, benutze ihn.
  • Warm anziehen: In langen und in Unterwassertunneln ist es kühl und feucht.
  • Zügig, aber kontrolliert: In Unterwassertunneln geht es mit hohem Tempo bergab, danach folgt ein langer Anstieg.

Bekannte gesperrte Tunnel und Umfahrungen

Tunnel Straße Status für Räder Umfahrung
Lærdalstunnel (24,5 km) E16 Aurland–Lærdal gesperrt Aurlandsfjellet (Fv 243), nur im Sommer
Oslofjordtunnel Rv 23 gesperrt Fähre Moss–Horten oder über Oslo
Gudvangatunnel, Flenjatunnel E16 Voss–Flåm laut cycletourer gesperrt Bus oder Fähre, Route vorher prüfen
Nappstraumtunnel E10 Lofoten bis zum Ende der Sanierung (voraussichtlich Dezember 2027) für Räder gesperrt Transport durch den Tunnel, siehe Lofoten
Nordkaptunnel (6,9 km) E69 erlaubt nicht nötig

Lærdalstunnel: Der längste Straßentunnel der Welt ist für Räder tabu. Die Alternative ist die Passstraße über das Aurlandsfjellet, der „Snøvegen“. Sie ist laut Nasjonale turistveger 47 km lang, steigt bis auf 1.308 m und ist nur etwa von Anfang Juni bis Oktober offen, bei schlechtem Wetter auch mal nachts gesperrt. Von beiden Seiten ist der Anstieg lang und hart. Im Winter bleibt nur ein Bus.

Oslofjordtunnel: Laut Statens vegvesen dürfen Radfahrer und Fußgänger den Tunnel nicht benutzen. Wer den Oslofjord queren will, nimmt die Fähre Moss–Horten oder fährt über Oslo.

Bergen und Voss: Auf der E16 zwischen Voss und Flåm sowie rund um Bergen liegen mehrere lange Tunnel. Laut der Datenbank von cycletourer sind die meisten davon für Räder gesperrt, darunter Gudvangatunnel und Flenjatunnel. Für die Strecke empfiehlt sich Bus oder Zug, prüf die aktuelle Lage auf vegkart.no.

Lofoten: Der Unterwassertunnel Nappstraumen auf der E10 wird saniert und ist für Radfahrer gesperrt. Statens vegvesen bringt Radfahrer mit einem Fahrzeug durch den Tunnel. Die übrigen Tunnel auf der E10 sind erlaubt. Details unter Radfahren auf den Lofoten.

Nordkap: Der Nordkaptunnel ist 6,9 km lang, reicht 212 m unter das Meer und hat bis zu 9 % Steigung, ist aber für Räder offen. Mehr dazu unter Mit dem Fahrrad zum Nordkap.

Alte Straßen: gamle vegen

Wo ein neuer Tunnel eine Straße ersetzt hat, gibt es oft noch die alte Straße außen herum, auf Schildern und Karten meist „gamle vegen“ oder „gamlevegen“ genannt. Diese Straßen sind oft schmaler, haben kaum Verkehr und sind für Radfahrer ideal, manchmal aber nicht mehr instand gehalten oder durch Steinschlag gesperrt. Prüf sie vorher in einer aktuellen Karte.

Bus und Shuttle durch Tunnel

Wo es keine Umfahrung gibt, hilft oft der Bus. Visitnorway weist für die Route Nordkapp–Lindesnes ausdrücklich darauf hin, dass du an einigen Stellen wegen gesperrter Tunnel Zug oder Bus nehmen musst. In Regionalbussen entscheidet der Fahrer, ob dein Rad mitkommt. Wie Busse, Züge und Fähren mit Rad funktionieren, steht unter Anreise mit dem Fahrrad. Allgemeine Tunnelregeln fürs Auto findest du unter Tunnel in Norwegen.

Häufige Fragen

Darf man in Norwegen mit dem Fahrrad durch Tunnel fahren?
In den meisten Tunneln ja. Gesperrt sind alle Autobahntunnel, einige besonders lange Tunnel und die meisten Unterwassertunnel. Ein rundes Verbotsschild mit Fahrradsymbol steht dann vor der Einfahrt. Welche Tunnel betroffen sind, zeigt die Karte auf dieser Seite und die Straßendatenbank vegkart.no von Statens vegvesen.
Ist der Lærdalstunnel für Radfahrer gesperrt?
Ja. Der 24,5 km lange Lærdalstunnel auf der E16 ist für Räder gesperrt. Im Sommer fährst du stattdessen über das Aurlandsfjellet (Fv 243, der Snøvegen), rund 47 km mit bis zu 1.308 m Höhe. Die Passstraße ist nur etwa von Anfang Juni bis Oktober offen.
Kann ich mit dem Fahrrad durch den Nordkaptunnel?
Ja, der Nordkaptunnel auf der E69 ist für Radfahrer offen. Er ist 6,9 km lang, führt bis 212 m unter das Meer und hat Steigungen bis 9 %. Licht vorn und hinten ist Pflicht, eine Warnweste empfohlen.
Was muss ich in einem Tunnel auf dem Fahrrad beachten?
Licht vorn und hinten ist Pflicht, auch am Tag. Statens vegvesen empfiehlt zusätzlich Warnweste oder Reflexkleidung. In manchen Tunneln gibt es einen Knopf am Eingang, der ein Blinklicht mit dem Hinweis auf Radfahrer im Tunnel auslöst. Drück ihn vor der Einfahrt.