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Enge Straßen in Norwegen: Ausweichstellen, Serpentinen und Bergstraßen richtig fahren

Einspurige Straßen mit Ausweichstellen (møteplass), wer zurücksetzt, Busse und Lkw, Serpentinen ohne Leitplanken und Schafe auf der Fahrbahn: so fährst du entspannt.

Recherchiert und geschrieben von

Stand 26. September 2026. Dieser Artikel wird noch mit den Originalquellen abgeglichen. Maßgeblich sind die Verordnungen auf lovdata.no, Statens vegvesen und die Polizei.

Viele Straßen in Norwegen sind so schmal, dass zwei Autos nicht aneinander vorbeikommen. Dafür gibt es regelmäßig Ausweichstellen, die møteplass heißen und mit einem weißen M auf blauem Schild markiert sind. Wer näher an einer Ausweichstelle ist oder leichter rangieren kann, weicht aus oder setzt zurück, und wer langsam fährt und vorausschaut, kommt entspannt durch.

Mehr zu Regeln, Kosten und Strecken findest du auf der Übersichtsseite Autofahren in Norwegen.

Einspurige Straßen und Ausweichstellen

Auf Nebenstraßen, an Fjorden und in den Bergen ist die Fahrbahn oft nur eine Spur breit, manchmal ohne Mittellinie und teils auf Schotter (grusvei). Alle paar hundert Meter liegt eine Ausweichbucht. Das Schild M zeigt sie an, das Zeichen und viele weitere erklärt das Tool norwegische Verkehrsschilder.

So nutzt du die Ausweichstellen richtig:

  • Vorausschauen: Siehst du Gegenverkehr, halte an der nächsten Ausweichstelle auf deiner Seite und warte.
  • Liegt die Bucht links: Halte davor auf deiner Seite an, der Gegenverkehr fährt in die Bucht.
  • Nicht parken: Die Ausweichstellen sind kein Parkplatz und kein Fotostopp. Wer dort steht, blockiert die Straße für alle.
  • Hinter dir wird es voll? Lass schnellere Fahrzeuge an der nächsten Ausweichstelle vorbei. Das ist in Norwegen üblich und wird erwartet.

Wer setzt zurück?

Eine feste Regel für jeden Fall gibt es nicht, es gilt gegenseitige Rücksicht. In der Praxis hat sich bewährt:

  • Wer näher an einer Ausweichstelle ist, setzt zurück.
  • Das kleinere, wendigere Fahrzeug weicht aus, ein Pkw also eher als ein Bus, Lkw oder Wohnmobil mit Anhänger.
  • An steilen Stücken macht es meist der Bergabfahrende Platz, weil das Anfahren bergauf schwerer ist.

Zeigt ein Schild mit rotem und schwarzem Pfeil an, dass du dem Gegenverkehr Vorrang geben musst, gilt das Schild.

Rückwärts an einer Kante ohne Leitplanke entlang ist heikel. Lass dich lieber von einem Mitfahrer einweisen, fahr langsam und kurble das Fenster runter, damit du hörst, was passiert.

Busse und Lkw

Linienbusse und Lkw fahren diese Straßen täglich und kennen jede Kurve. Sie brauchen in engen Kehren die ganze Fahrbahnbreite. Siehst du einen Bus kommen, halte frühzeitig an einer breiten Stelle und lass ihn durch. Busse fahren nach Fahrplan und müssen oft eine Fähre erreichen, ihnen Platz zu machen, ist die höfliche Regel.

Serpentinen und Bergstraßen

Berühmte Strecken wie der Trollstigen mit seinen elf Haarnadelkurven sind spektakulär, aber anspruchsvoll. Allgemein gilt auf Serpentinen:

  • Langsam in die Kehre, vor allem bei Gegenverkehr. Große Fahrzeuge schwenken weit aus.
  • Nicht in der Kurve halten. Für Fotos gibt es Aussichtspunkte und Parkplätze.
  • Leitplanken fehlen oft. Viele alte Bergstraßen haben nur Steinmauern oder gar keine Begrenzung. Konzentrier dich auf die Fahrbahn, die Aussicht genießt am besten der Beifahrer.
  • Hupen vor Kurven ist in Norwegen nicht üblich und kann andere irritieren. Verlass dich nicht darauf, gehört zu werden, sondern fahr so langsam, dass du in der halben Sichtweite anhalten kannst.

Viele Passstraßen sind im Winter gesperrt und öffnen erst im Frühjahr. Die Öffnungszeiten und Kolonnenstrecken findest du unter Passstraßen in Norwegen. Die schönsten Strecken, viele davon eng und kurvig, stellt die Seite Landschaftsrouten vor.

Bergab mit der Motorbremse

Lange Gefälle sind auf Bergstraßen normal. Dauerbremsen überhitzt die Bremsen, das merkst du an nachlassender Wirkung und Brandgeruch. Besser:

  • Vor dem Gefälle in einen kleinen Gang schalten, ungefähr den, den du bergauf nehmen würdest.
  • Mit der Motorbremse rollen und nur zwischendurch kurz und kräftig bremsen.
  • Bei Automatik den manuellen Modus oder die Bergabstufe nutzen.
  • Mit Wohnmobil oder Anhänger lieber einen Gang mehr zurück.

Schafe und andere Tiere

Im Sommer laufen auf vielen Bergstraßen Schafe, Ziegen und Kühe frei herum, im Norden auch Rentiere. Sie liegen gern auf dem warmen Asphalt und bewegen sich erst im letzten Moment. Fahr langsam heran, warte und hupe höchstens kurz. Was du tun musst, wenn es trotzdem kracht, steht im Artikel Wildunfall und Elche.

Mit dem Wohnmobil auf engen Straßen

Nicht jede enge Straße ist für lange Fahrzeuge zugelassen, einige haben Längengrenzen. Welche Strecken für dein Fahrzeug kritisch sind und was du sonst beachten musst, liest du unter Wohnmobil und Wohnwagen in Norwegen.

Häufige Fragen

Was bedeutet das Schild mit dem M in Norwegen?

Es markiert eine Ausweichstelle (møteplass) auf einer schmalen Straße. Dort weichst du dem Gegenverkehr aus, parken ist dort nicht vorgesehen.

Wer muss auf engen Straßen zurücksetzen?

Meist der, der näher an einer Ausweichstelle ist oder das wendigere Fahrzeug fährt. Eine starre Regel gibt es nicht, entscheidend ist gegenseitige Rücksicht.

Muss ich vor unübersichtlichen Kurven hupen?

Nein, das ist in Norwegen unüblich. Fahr stattdessen so langsam, dass du jederzeit anhalten kannst.

Wie fahre ich lange Gefälle richtig?

In einem kleinen Gang mit Motorbremse und nur kurz nachbremsen. So überhitzen die Bremsen nicht.