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Elch-Unfall in Norwegen: Wildunfall melden, Rentiere und Schafe auf der Straße

Wildunfall in Norwegen: wann Elche, Rehe und Rentiere auf die Straße laufen, wie du dich beim Zusammenstoß verhältst und warum du jeden Unfall der Polizei (02800) melden musst.

Recherchiert und geschrieben von

Stand 26. September 2026. Dieser Artikel wird noch mit den Originalquellen abgeglichen. Maßgeblich sind die Verordnungen auf lovdata.no, Statens vegvesen und die Polizei.

Nach einem Wildunfall in Norwegen musst du anhalten, die Stelle sichern und die Polizei unter 02800 anrufen, auch wenn das Tier weggelaufen ist. Die Meldepflicht gilt für Elch, Hirsch, Reh und Rentier ebenso wie für Schafe und andere Nutztiere. Strafbar ist nicht der Zusammenstoß selbst, sondern nur, ihn nicht zu melden.

Wie häufig sind Wildunfälle?

Sehr häufig. Laut Statistisk sentralbyrå (SSB) wurden im Jagdjahr 2025/26 über 8.500 Hirschtiere von Kraftfahrzeugen getötet, im Schnitt rund 23 pro Tag. Den größten Teil machen Rehe aus (knapp 6.830), dazu kommen rund 1.000 Elche und 700 Hirsche. Verletzte Tiere, die weglaufen, und Unfälle mit Rentieren und Schafen sind darin nicht enthalten.

Ein Elch wiegt mehrere hundert Kilo und hat lange Beine. Bei einem Zusammenstoß trifft der Körper oft nicht die Stoßstange, sondern die Windschutzscheibe und das Dach. Deshalb sind Elchunfälle für die Insassen besonders gefährlich.

Welche Tiere, wann und wo?

Tier Wo Wann besonders
Reh Fast überall im Süden und in Mittelnorwegen Dämmerung, Herbst und Winter
Elch Wälder im Osten, in Trøndelag und im Norden Oktober bis Februar, Dämmerung und Nacht
Hirsch Vor allem Westnorwegen, Fjordregion Herbst und Winter
Rentier Nordnorwegen, Fjell in Mittelnorwegen Ganzjährig, im Sommer oft direkt auf der Straße
Schaf Fjell, Täler, Küstenstraßen Sommer bis Herbst (Weidezeit)

Die meisten Elche werden in der Morgen- und Abenddämmerung und nachts angefahren. Im Winter treibt der Schnee sie aus den Hängen hinunter in die Täler, wo Straßen und Bahnlinien verlaufen. Weil es im Norden dann auch tagsüber lange dunkel ist, steigt das Risiko zusätzlich. Mehr zum Fahren in der Polarnacht im Artikel Autofahren im Winter.

Rentiere gehören in Nordnorwegen fast alle einem Halter aus der samischen Rentierzucht (reindrift). Sie stehen gern mitten auf der Straße, und laufen oft nicht weg, wenn ein Auto kommt. Fahr langsam heran und warte, bis die Herde die Straße freigibt.

Schafe weiden im Sommer frei im Fjell und liegen gern auf dem warmen Asphalt, auch in Kurven und Tunnelnähe. Lämmer springen oft unvermittelt zur Mutter auf die andere Straßenseite.

Warnschilder beachten

Norwegen warnt mit dreieckigen Gefahrenzeichen vor Wild wie Elch, Hirsch oder Rentier und vor Weidetieren. Oft steht ein Zusatzschild darunter, das die Länge der gefährlichen Strecke angibt. Diese Schilder stehen dort, wo es regelmäßig kracht. Wie die Zeichen aussehen, kannst du in der Übersicht norwegische Verkehrsschilder nachschauen und im Quiz üben.

So senkst du das Risiko:

  • In der Dämmerung und nachts langsamer fahren, besonders auf Warnstrecken.
  • Fernlicht nutzen, wo es geht, und auch den Straßenrand beobachten. Augen reflektieren das Licht.
  • Siehst du ein Tier, rechne mit weiteren: Elchkühe haben oft Kälber dabei, Rehe laufen in Gruppen.
  • Das Tempolimit ist eine Obergrenze. Auf Warnstrecken ist oft weniger angemessen, die Regeln dazu stehen im Artikel Verkehrsregeln in Norwegen.

Verhalten beim Zusammenstoß

Steht plötzlich ein Tier vor dir:

  1. Kräftig bremsen und geradeaus bleiben, solange es geht.
  2. Nicht riskant ausweichen. Ein Ausweichmanöver in den Gegenverkehr oder in den Graben ist oft gefährlicher als der Aufprall mit einem Reh.
  3. Bei einem Elch: so stark wie möglich bremsen, um die Aufprallwucht zu verringern.

Nach dem Zusammenstoß:

  • Warnblinker an, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen.
  • Verletzte Menschen haben Vorrang: 113 für den Rettungsdienst, 112 für die Polizei.
  • Das Tier nicht anfassen und nicht hinterherlaufen. Ein verletzter Elch kann gefährlich werden.
  • Die Unfallstelle markieren, etwa mit einem Stück Band oder Kleidung am Straßenrand, damit die Suchmannschaft die Fluchtrichtung findet.

Allgemeine Tipps zum Sichern einer Unfallstelle stehen im Artikel Unfall und Panne in Norwegen.

Meldepflicht: Polizei unter 02800

Das Straßenverkehrsgesetz (vegtrafikkloven § 12) verpflichtet dich, einen Zusammenstoß mit Wild oder Nutztieren zu melden, unabhängig von der Schuld. Das Tierschutzgesetz verlangt außerdem, einem verletzten Tier zu helfen. Wer nicht meldet, macht sich strafbar und riskiert eine Geldstrafe.

  • Ruf die Polizei unter 02800 an (bei Verletzten oder Gefahr für den Verkehr 112).
  • Die Pflicht gilt auch, wenn das Tier weggelaufen ist. Die Polizei schickt dann die örtliche Wildunfallgruppe (fallviltgruppa) mit Hunden, um das verletzte Tier zu finden.
  • Gib Straße, Ort, Fahrtrichtung und die Richtung an, in die das Tier gelaufen ist.

Rentier angefahren

Auch hier rufst du 02800 an, die Polizei gibt die Meldung an den Halter weiter. Mach, wenn möglich, ein Foto von den Ohren: Rentiere tragen Ohrmarken, an denen der Halter erkannt wird. Den Schaden am Tier musst du nach Angaben der norwegischen Rentierwirtschaft nicht selbst bezahlen, das regelt die Versicherung. Bei Schafen gibt die Polizei die Meldung ebenfalls an den Besitzer weiter.

Mit dem Mietwagen

Melde den Unfall zusätzlich sofort dem Vermieter über die Hotline in den Mietunterlagen. Lass dir die Polizeimeldung bestätigen oder notiere die Vorgangsnummer. Ohne Meldung kann die Versicherung die Leistung kürzen, und du bleibst womöglich auf der Selbstbeteiligung sitzen. Was die Mietwagenversicherung abdeckt, steht im Artikel Mietwagen in Norwegen.

Einen Überblick über alle Themen rund ums Fahren findest du auf der Seite Autofahren in Norwegen.

Häufige Fragen

Muss ich einen Wildunfall in Norwegen melden, wenn das Tier weggelaufen ist?

Ja. Gerade dann ist die Meldung wichtig, weil das Tier verletzt sein kann. Ruf 02800 an, die Polizei schickt die Wildunfallgruppe.

Muss ich den Elch oder das Rentier bezahlen?

Für Wild zahlst du nichts. Beim Rentier wird der Halter über die Versicherung entschädigt, du zahlst ihm nichts direkt.

Wann ist die Gefahr für Elchunfälle am größten?

Von Oktober bis Februar, in der Morgen- und Abenddämmerung und nachts. Die meisten Wildunfälle passieren am späten Nachmittag und Abend.

Darf ich ein angefahrenes Tier mitnehmen?

Nein. Angefahrenes Wild gehört nicht dem Fahrer. Um das Tier kümmert sich die Wildunfallgruppe der Gemeinde.