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Grünes Nordlicht über einem verschneiten Birkenwald

Nordlicht-Foto-Rechner

Nordlichter fotografieren: die richtigen Einstellungen für deine Kamera

Wähle Sensor, Objektiv und Blende. Der Rechner zeigt dir die längste Belichtungszeit ohne Sternspuren und einen Startwert für ISO und Belichtungszeit, passend zur Stärke des Nordlichts und zum Mond.

Kamera

Sensorgröße 36 × 24 mm. Trage die Megapixel deiner Kamera ein, daraus ergibt sich der Pixelabstand.

Objektiv

Nordlicht und Mond

Nordlicht-Aktivität

Klar grüne Bänder, die sich langsam verändern.

Mondlicht
Deklination (Blickrichtung) einstellen

Die vollständige NPF-Formel berücksichtigt, wo die Sterne am Himmel stehen. Am Himmelsäquator (0°, im Norden Norwegens tief im Süden) ziehen sie am schnellsten. Richtung Polarstern (90°) bewegen sie sich kaum. In Nordnorwegen (um 70° Breite) liegt der Zenit bei etwa 70° Deklination, der Nordhorizont bei etwa 20°. Stelle die kleinste Deklination ein, die in deinem Bildausschnitt vorkommt. 0° ist die sichere Seite.

6 s · ISO 1600 · f/2,8. Längste Zeit ohne Sternspuren 9,3 s.

Empfehlung

6 s · ISO 1600 · f/2,8

Startwert für das erste Testbild

Längste Zeit ohne Sternspuren (NPF)

9,3 s

Länger belichtet, werden die Sterne zu Strichen.

Weitere Werte und Regeln
NPF vereinfacht
20 s
500er-Regel
36 s
Pixelabstand
6 µm
Kleinbild-Brennweite
14 mm
Lichtwert (EV bei ISO 100)
-3,6

Was ist der Lichtwert (EV)?

Richtwerte aus Foto-Ratgebern, keine exakte Belichtungsmessung. Prüfe das Testbild am Histogramm: Der Himmel soll nicht links anstoßen, das Nordlicht nicht rechts ausbrennen.

Belichtungsäquivalenz: andere Blende, gleiche Helligkeit

Ausgehend von 6 s, ISO 1600 und f/2,8: So musst du ISO oder Belichtungszeit ändern, wenn du eine andere Blende nutzt. Jede ganze Blendenstufe halbiert oder verdoppelt das Licht.

BlendeUnterschiedISO bei gleicher ZeitZeit bei gleicher ISOMax. Zeit (NPF)
f/1,4-2 Stufen4001,5 s7,7 s
f/1,8-1,3 Stufen6402,5 s8,1 s
f/2-1 Stufen8003,1 s8,4 s
f/2,8±016006 s9,3 s
f/4+1 Stufen320012 s (Sternspuren)11 s

Negative Stufen bedeuten mehr Licht. Die maximale Zeit nach NPF wird mit offenerer Blende kürzer, weil die Sterne schärfer abgebildet werden und Bewegung früher auffällt.

Nordlichter fotografieren: Einstellungen im Überblick

Kamera aufs Stativ, manueller Modus, RAW. Dann stellst du vier Dinge ein: Belichtungszeit, ISO, Blende und Fokus. Die Werte hier sind Startpunkte für das erste Testbild, keine festen Vorgaben.

  • Belichtungszeit

    Die Belichtungszeit richtet sich nach dem Nordlicht: schwaches, ruhiges Licht 8 bis 15 Sekunden, bewegtes 4 bis 8, starkes und schnell tanzendes 1 bis 5 Sekunden. Je länger du belichtest, desto mehr verwischen die Strukturen zu einer grünen Fläche. Nach oben begrenzt die Erddrehung: Ab einer bestimmten Zeit werden Sterne zu Strichen. Diese Grenze berechnet der Rechner mit der NPF-Regel.

  • ISO

    Üblich sind ISO 800 bis 6400, der häufigste Startwert liegt bei ISO 1600 bis 3200. Kurze Zeiten für schnelles Nordlicht brauchen mehr ISO, Mondlicht und lichtstarke Objektive weniger. Ein leicht dunkles RAW lässt sich besser retten als ein ausgebrannter Himmel.

  • Blende

    Blende ganz öffnen, also die kleinste Blendenzahl: f/1.4 bis f/2.8 sind ideal, f/3.5 bis f/4 funktionieren bei starkem Nordlicht. Jede ganze Blendenstufe (etwa f/2.8 zu f/2) halbiert die nötige Belichtungszeit oder ISO. Manche Objektive zeigen offen Sterne an den Bildrändern verzerrt, dann hilft ein Drittel bis eine Stufe abblenden.

  • Fokus und Weißabgleich

    Autofokus findet nachts nichts. Stelle manuell auf unendlich und prüfe es im Live-View mit Vergrößerung an einem hellen Stern: Er soll ein möglichst kleiner Punkt sein. Die Unendlich-Markierung am Objektiv stimmt oft nicht genau. Den Weißabgleich setzt du fest auf etwa 3500 bis 4000 K, statt ihn der Automatik zu überlassen.

Belichtungszeit und ISO nach Nordlicht-Aktivität

Richtwerte aus Foto-Ratgebern für Blende f/2,8 ohne Mondlicht. Mit einer anderen Blende rechnet der Rechner oben die ISO um.

AktivitätBelichtungszeitStartwert
Schwachblasser Bogen, mit bloßem Auge fast grau8 bis 15 s12 s bei ISO 3200
Mittelklar grüne Bänder, langsame Bewegung4 bis 8 s6 s bei ISO 1600
Starkhelle Vorhänge, deutliche Strukturen2 bis 5 s3,2 s bei ISO 1600
Schnell bewegttanzende Vorhänge oder Korona über dir1 bis 3 s1,6 s bei ISO 3200

Mondlicht hellt Himmel und Landschaft auf. Der Rechner senkt die ISO bei Halbmond um etwa eine Blendenstufe und bei Vollmond um etwa zwei (Richtwert, je nach Mondhöhe und Schnee deutlich verschieden). Ein wenig Mond ist oft sogar gut: Berge und Schnee bekommen Zeichnung, ohne dass das Nordlicht verschwindet.

Wie lange belichten ohne Sternspuren?

500er-Regel

Die alte Faustregel lautet: 500 geteilt durch (Brennweite × Crop-Faktor) ergibt die längste Belichtungszeit in Sekunden. Bei 14 mm an Vollformat sind das rund 36 Sekunden. Die Regel stammt aus der Zeit von Film und Sensoren mit wenigen Megapixeln. Auf heutigen Sensoren mit 24 Megapixeln und mehr siehst du bei dieser Zeit in der 100-Prozent-Ansicht schon deutliche Striche.

NPF-Regel

Die NPF-Regel hat Frédéric Michaud 2010 für die Société Astronomique du Havre entwickelt. Sie berücksichtigt neben der Brennweite (F) auch die Blende (N) und den Pixelabstand des Sensors (P). Die vereinfachte Form lautet: t = (35 × Blendenzahl + 30 × Pixelabstand in µm) ÷ Brennweite in mm. Gemeint ist die echte Brennweite des Objektivs, nicht die umgerechnete.

Die vollständige Formel lautet t = (16,856 × N + 0,0997 × f + 13,713 × p) ÷ (f × cos δ). Dabei ist δ die Deklination der Sterne im Bild: Am Himmelsäquator (δ = 0°) ziehen sie am schnellsten, nahe am Polarstern kaum. Die vereinfachte Regel entspricht ungefähr der vollständigen bei δ = 60°. Der Rechner nimmt als Grenze die vollständige Formel mit der Deklination, die du einstellst. Voreingestellt ist δ = 0°, das ist die sichere Seite für jede Blickrichtung.

Den Pixelabstand berechnet der Rechner aus Sensorbreite und Megapixeln. Die App PhotoPills nutzt dieselbe Regel in ihrem Werkzeug Spot Stars. Leichte Striche fallen in einem verkleinerten Bild für Social Media kaum auf; wenn du nur so zeigst, kannst du etwas länger belichten.

Maximale Belichtungszeit: Tabelle für typische Kameras

Längste Belichtungszeit ohne sichtbare Sternspuren für häufige Kombinationen aus Sensor und Weitwinkelobjektiv, gerechnet mit typischer Auflösung.

SensorObjektiv500er-RegelNPF vereinfachtNPF (δ = 0°)
Vollformat, 24 MP14 mm f/2,836 s20 s9,3 s
Vollformat, 24 MP14 mm f/1,836 s17 s8,1 s
Vollformat, 24 MP16 mm f/2,831 s17 s8,2 s
Vollformat, 24 MP20 mm f/1,825 s12 s5,7 s
Vollformat, 24 MP24 mm f/1,421 s9,5 s4,5 s
APS-C Canon, 24 MP11 mm f/2,828 s19 s9 s
APS-C Canon, 24 MP16 mm f/1,420 s10 s4,8 s
APS-C Canon, 24 MP18 mm f/3,517 s13 s6,2 s
APS-C Nikon, Sony, Fujifilm, 24 MP11 mm f/2,830 s20 s9,3 s
APS-C Nikon, Sony, Fujifilm, 24 MP16 mm f/1,421 s10 s4,9 s
APS-C Nikon, Sony, Fujifilm, 24 MP18 mm f/3,519 s13 s6,4 s
Micro Four Thirds, 20 MP7,5 mm f/233 s23 s11 s
Micro Four Thirds, 20 MP12 mm f/1,421 s12 s5,9 s
1-Zoll, 20 MP8,8 mm f/1,821 s15 s7,3 s

Mehr Megapixel bedeuten kleinere Pixel und damit kürzere Zeiten. Für Nordlicht zählt meist ohnehin die Bewegung des Lichts: Liegt die empfohlene Zeit der Aktivität unter dem NPF-Wert, spielen Sternspuren keine Rolle.

Nordlichter mit dem Handy fotografieren

Aktuelle Smartphones schaffen erstaunlich gute Nordlicht-Fotos, weil sie viele kurze Aufnahmen zu einem Bild verrechnen. Wichtig ist vor allem: Das Handy muss ruhig liegen, am besten auf einem kleinen Stativ oder an einen Stein gelehnt. Selbstauslöser oder Fernauslöser verhindern Wackler beim Tippen.

  • iPhone: Nachtmodus

    Den Nachtmodus gibt es ab dem iPhone 11. Er schaltet sich bei Dunkelheit automatisch ein, erkennbar am gelben Mond-Symbol. Tippe darauf und stelle am Regler über dem Auslöser Max ein: Dann belichtet das iPhone so lange wie möglich. Auf einem Stativ erkennt es die Ruhe und wählt deutlich längere Zeiten als aus der Hand.

  • Samsung Galaxy: Nacht- oder Pro-Modus

    Im Nachtmodus (unter Mehr) belichtet das Galaxy über mehrere Sekunden und rechnet die Aufnahmen zusammen. Mit Stativ ist der Pro-Modus oft besser: Dort stellst du ISO, Belichtungszeit und Fokus selbst ein. Wie lang die längste Belichtungszeit ist, hängt vom Modell ab, bei vielen Geräten sind es 10 oder 30 Sekunden.

  • Google Pixel: Nachtsicht und Astrofotografie

    Öffne Nachtsicht und lege das Pixel ruhig ab. Erkennt es ein Stativ, wechselt es in den Astrofotografie-Modus und belichtet laut Google ab dem Pixel 4 bis zu vier Minuten, zerlegt in viele Einzelbilder. Für schnell bewegtes Nordlicht ist das zu lang; dann liefert der normale Nachtsicht-Modus schärfere Strukturen.

Pro-Modus beim Handy: Richtwerte

  • Belichtungszeit: 3 bis 10 Sekunden, bei schnellem Nordlicht 1 bis 3 Sekunden.
  • ISO: 800 bis 1600 als Start, bei schwachem Licht bis 3200. Höher rauscht bei kleinen Handy-Sensoren schnell stark.
  • Fokus: manuell auf unendlich (Berg- oder Unendlich-Symbol am Fokusregler), nicht auf Autofokus.
  • Weißabgleich: etwa 3500 bis 4000 K statt Automatik.
  • RAW oder DNG einschalten, wenn dein Handy es anbietet. Dann kannst du Farbe und Rauschen später besser anpassen.

Das sind Richtwerte, keine Herstellerangaben. Welche Einstellungen dein Handy im Pro- oder Expertenmodus anbietet, hängt vom Modell und der Software-Version ab. Mach ein Testbild und korrigiere dann in ganzen Schritten.

Kameraeinstellungen für Canon, Nikon und Sony

Die Grundeinstellungen sind bei allen Herstellern gleich. Die Menüs heißen je nach Modell etwas anders, daher hier die Funktionen, nach denen du im Menü deiner Kamera suchst.

Checkliste vor der ersten Aufnahme

  1. Modus M (manuell) am Moduswahlrad, Blende ganz offen, Zeit und ISO aus dem Rechner.
  2. Bildqualität RAW (oder RAW + JPEG). Nur so lassen sich Weißabgleich und Rauschen später sauber korrigieren.
  3. Manueller Fokus: auf unendlich stellen, im Live-View einen hellen Stern vergrößern und scharf drehen. Danach den Fokusring nicht mehr berühren, ein Stück Klebeband hilft.
  4. Weißabgleich manuell über die Farbtemperatur auf etwa 3500 bis 4000 K.
  5. Langzeit-Rauschreduzierung: Sie nimmt nach jeder Aufnahme ein gleich langes Dunkelbild auf und verdoppelt so die Wartezeit. Für Serien bei aktivem Nordlicht besser ausschalten und das Rauschen später entfernen. Die High-ISO-Rauschreduzierung wirkt nur auf JPEGs.
  6. Bildstabilisator auf dem Stativ ausschalten, sofern die Bedienungsanleitung deiner Kamera das empfiehlt.
  7. Selbstauslöser (2 Sekunden) oder Fernauslöser, damit das Drücken des Auslösers nicht wackelt. Displayhelligkeit senken, damit deine Augen dunkeladaptiert bleiben.
  • Canon

    Viele Canon-Objektive haben einen AF/MF-Schalter am Tubus; stelle ihn auf MF. Den Weißabgleich stellst du über die Option für Farbtemperatur (K) ein. Die Funktionen zur Rauschreduzierung findest du im Aufnahmemenü, getrennt für Langzeitbelichtung und hohe ISO.

  • Nikon

    Je nach Objektiv und Gehäuse schaltest du den Fokus am Objektiv (M/A oder A/M zu M), am Gehäuse oder im Menü auf manuell. Den Weißabgleich wählst du über die Option Farbtemperatur. Rauschreduzierung bei Langzeitbelichtung und bei hoher ISO sind im Fotoaufnahmemenü getrennte Punkte.

  • Sony

    Viele Sony-Objektive haben keinen Fokusschalter; dann stellst du den Fokusmodus im Menü auf MF. Die Fokuslupe vergrößert das Live-Bild zum Scharfstellen auf einen Stern. Der Weißabgleich lässt sich als Farbtemperatur in Kelvin einstellen, die Rauschreduzierungen sind im Aufnahmemenü zu finden.

Bezeichnungen und Menüorte unterscheiden sich je nach Modell und Firmware. Maßgeblich ist die Bedienungsanleitung deiner Kamera. Die meisten Kameras erlauben ohne Bulb-Modus höchstens 30 Sekunden, für Nordlicht reicht das fast immer.

Typische Fehler beim Nordlicht fotografieren

  • Autofokus eingeschaltet lassen: Die Kamera sucht im Dunkeln und löst gar nicht oder unscharf aus.
  • Zu lange belichten, weil es bei schwachem Nordlicht funktioniert hat: Wird es aktiv, verschwimmen die Vorhänge. Zeit verkürzen und ISO erhöhen.
  • Stirnlampe, Autoscheinwerfer oder Handy-Display im Bild oder in der Nähe: Streulicht färbt den Vordergrund.
  • Akkus in der Kälte: Sie entladen sich deutlich schneller. Ersatzakkus in der Innentasche warm halten.
  • Beschlagene Linse, wenn du die kalte Kamera ins Warme und wieder hinaus trägst. Kamera in einer Tasche langsam akklimatisieren lassen.