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Zecken in Norwegen

Zecken leben in Norwegen vor allem an der Küste von der schwedischen Grenze bis Helgeland. Borreliose ist im ganzen Zeckengebiet möglich, FSME-Infektionen gibt es bisher nur im Süden rund um Sørlandet und den Oslofjord.

Wo gibt es Zecken in Norwegen?

Der Gemeine Holzbock (skogflått, Ixodes ricinus) ist laut Folkehelseinstituttet (FHI) entlang der Küste von der schwedischen Grenze in Østfold bis Brønnøysund in Nordland verbreitet. Die nördlichsten stabilen Bestände liegen auf Dønna, etwa 80 km nördlich von Brønnøysund. In diesem Küstenstreifen kann es sehr viele Zecken geben, mit großen Unterschieden auf kurzer Distanz.

Je weiter du ins Landesinnere und je höher du kommst, desto weniger Zecken gibt es. Vögel und Säugetiere schleppen aber einzelne Zecken weit aus diesen Gebieten heraus, deshalb findet man sie auch im Inland Ostnorwegens und in Nordnorwegen nördlich des Polarkreises.

Zecken mögen feuchtes Gras, Büsche, Gestrüpp und lichten Wald mit vielen Rehen und Hirschen. An Stellen, an denen Hirschtiere ruhen, kann die Dichte sehr hoch sein. Trockenheit mögen sie nicht.

Nordnorwegen und Lofoten

Die Lofoten und der größte Teil Nordnorwegens liegen nördlich der Gebiete, in denen FHI stabile Zeckenbestände beschreibt. Einzelne Zecken sind dort trotzdem möglich, weil Vögel sie verschleppen. Nach Wanderungen im Gras lohnt sich ein kurzer Check also auch im Norden.

Neu ist die Taigazecke (Ixodes persulcatus), die sich von Russland nach Westen ausbreitet. In Norwegen wurde sie 2025 erstmals an zwei Stellen in Nordland gefunden (Tosenbotn und Hattfjelldal). Sie kann den sibirischen FSME-Typ übertragen, der schwerer verläuft. FHI beobachtet ihre Ausbreitung, Erkrankungen durch sie sind in Norwegen bisher nicht beschrieben.

Wann sind Zecken aktiv?

Zecken sind in Norwegen etwa von April bis November aktiv, sobald es Plusgrade hat, der Boden nicht mehr gefroren und der Schnee weg ist. Am meisten merkt man sie meist im Frühjahr. Im Hochsommer kann die Aktivität nachlassen, wenn es sehr heiß und trocken ist. FSME tritt vor allem im Sommer und Herbst auf.

FSME: Risikogebiete laut FHI

FSME heißt auf Norwegisch skogflåttencefalitt oder TBE. Laut FHI gibt es die Krankheit in diesen Gebieten:

  • Sørlandet und die Westküste des Oslofjords, von Flekkefjord bis zur früheren Gemeinde Hurum.
  • Die Ostküste des Oslofjords von Vestby bis zur schwedischen Grenze.
  • Das Risiko ist dort und in den angrenzenden Gebieten am höchsten.

Wie viele Zecken sind infiziert?

Laut FHI tragen in den Risikogebieten 0,1 bis 1 % der Zecken das FSME-Virus. Nachgewiesen wurde das Virus in Zecken an untersuchten Küstenorten bis ins südliche Nordland, Infektionen bei Menschen gab es aber bisher nur in Agder, Telemark, Vestfold, Buskerud, Akershus und Østfold.

Bei Borreliose ist der Anteil deutlich höher: Von den Nymphen, die am häufigsten Menschen stechen, können bis zu 30 % Borrelien tragen. Die Übertragung bei einem einzelnen Stich ist trotzdem selten, und wenn du die Zecke innerhalb eines Tages entfernst, ist das Borreliose-Risiko gering.

Die Fallzahlen steigen seit Jahren: 2025 wurden 96 FSME-Fälle mit Ansteckung in Norwegen gemeldet (2024: 76, Rekordjahr 2023: 113), dazu 715 Borreliose-Fälle (2024: 641). Die meisten Borreliose-Fälle wurden in Vestland, Agder und Møre og Romsdal gemeldet. Gemeldet werden bei Borreliose nur die schwereren Verläufe, nicht die typische Wanderröte.

Brauchst du eine FSME-Impfung für Norwegen?

FHI empfiehlt die Impfung Menschen, die in FSME-Gebieten häufig von Zecken gestochen werden, also mehr als ein paar Stiche pro Jahr. Für Reisen rät FHI, nach dem persönlichen Risiko zu entscheiden. Besonders gefährdet ist, wer in Risikogebieten viel draußen ist, etwa beim Wandern, Zelten oder bei längeren Sommeraufenthalten im Wald.

Das Auswärtige Amt empfiehlt für Norwegen die FSME-Impfung bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition. Für einen normalen Urlaub in Fjordnorwegen oder im Norden ist sie also meist nicht nötig. Wenn du länger an der Sørlandküste oder am Oslofjord zeltest, lohnt sich ein Gespräch mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.

Plane rechtzeitig: Für den vollen Schutz braucht es drei Dosen. Nach zwei Dosen sind laut FHI über 90 % der gesunden 1- bis 60-Jährigen für die laufende Saison geschützt, der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis lässt sich auf 14 Tage verkürzen. Eine Impfung nach einem Zeckenstich schützt nicht mehr. Die Impfung wirkt nur gegen FSME, nicht gegen Borreliose.

So schützt du dich

  • Lange, helle Hosen tragen und in die Socken stecken, dann siehst du Zecken schneller.
  • Repellent mit DEET oder Icaridin auf die Kleidung geben.
  • Auf Wegen bleiben und hohes Gras, Heide und Gestrüpp meiden.
  • Nach jeder Tour den Körper absuchen, vor allem Kniekehlen, Leiste, Achseln, hinter den Ohren und am Haaransatz.
  • Kleidung gut ausschütteln und waschen oder draußen aufhängen.

Zecke entfernen

Je schneller, desto besser. Greif die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenkarte direkt an der Haut und zieh sie gerade heraus. Erwachsene Zecken, die fest sitzen, kannst du dabei leicht drehen. Bleibt ein Rest der Mundwerkzeuge in der Haut, ist das für die Übertragung von Krankheiten kaum von Bedeutung. Etwas desinfizierende Salbe beugt einer Entzündung vor.

Eine kleine Rötung von ein, zwei Zentimetern ist normal. Zum Arzt solltest du, wenn sich 3 bis 30 Tage nach dem Stich ein roter Ausschlag bildet, der größer als 5 cm wird (Wanderröte, muss nicht ringförmig sein), oder wenn du in den Wochen danach Fieber, Kopfschmerzen, starke Müdigkeit, Gesichtslähmung, Muskel- oder Gelenkbeschwerden bekommst. In Norwegen erreichst du den ärztlichen Bereitschaftsdienst (legevakt) unter 116 117.

Zecken und Hunde

Für die Einreise mit Hund aus der EU verlangt Mattilsynet Mikrochip, EU-Heimtierausweis, eine gültige Tollwutimpfung (nicht bei Einreise aus Schweden) und eine Behandlung gegen den Fuchsbandwurm durch einen Tierarzt 24 bis 120 Stunden vor der Einreise. Eine Zeckenbehandlung ist keine Einreisepflicht.

Trotzdem sinnvoll: FHI rät, Hunde in Zeckengebieten täglich abzusuchen. Frag vor der Reise deine Tierärztin oder deinen Tierarzt nach einem passenden Zeckenschutz, denn an der Küste Südnorwegens gibt es teils sehr viele Zecken.

Häufige Fragen

Gibt es in Norwegen Zecken?
Ja. Der Gemeine Holzbock ist an der Küste von der schwedischen Grenze bis Brønnøysund in Nordland verbreitet, einzelne Zecken gibt es auch weiter nördlich und im Inland. Im Fjell und hoch im Landesinneren gibt es deutlich weniger.
Wo ist das FSME-Risiko in Norwegen?
Laut FHI an der Sørlandküste und der Westseite des Oslofjords von Flekkefjord bis zur früheren Gemeinde Hurum sowie an der Ostseite des Oslofjords von Vestby bis zur schwedischen Grenze. 2025 gab es 96 FSME-Fälle mit Ansteckung in Norwegen.
Brauche ich eine FSME-Impfung für Norwegen?
Für die meisten Urlauber nicht. FHI empfiehlt sie Menschen, die in FSME-Gebieten häufig gestochen werden, das Auswärtige Amt bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition. Wenn du länger in Südnorwegen zeltest oder wanderst, sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.
Gibt es Zecken auf den Lofoten und in Nordnorwegen?
Stabile Bestände beschreibt FHI bis Dønna in Helgeland, die Lofoten liegen weiter nördlich. Einzelne Zecken sind dort trotzdem möglich, weil Vögel sie verschleppen. FSME-Fälle bei Menschen gab es in Nordnorwegen bisher nicht.
Wie hoch ist das Borreliose-Risiko?
Bis zu 30 % der Zecken-Nymphen können Borrelien tragen, aber die Übertragung bei einem Stich ist selten. Wenn du Zecken innerhalb eines Tages entfernst, ist das Risiko gering. Achte in den Wochen danach auf eine wachsende Rötung über 5 cm.
Wann ist Zeckensaison in Norwegen?
Etwa von April bis November. Die meisten Zecken bemerkt man im Frühjahr, im heißen und trockenen Hochsommer kann die Aktivität nachlassen.
Braucht mein Hund eine Zeckenbehandlung für die Einreise?
Nein, Pflicht sind Chip, EU-Heimtierausweis, Tollwutimpfung und eine Bandwurmbehandlung 24 bis 120 Stunden vor der Einreise. Einen Zeckenschutz solltest du trotzdem mit deiner Tierarztpraxis besprechen und den Hund täglich absuchen.

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Quellen