Mücken in Norwegen
Mücken sind in Norwegen harmlos, können aber im Juni und Juli vor allem im Norden und im Fjell sehr lästig werden. Wind, Küstenluft und kühles Wetter halten sie fern, mit den ersten Frostnächten ist die Saison vorbei.
Wann ist Mückensaison in Norwegen?
Wann die Mücken kommen, hängt von Temperatur, Schneeschmelze und Feuchtigkeit ab und ist von Ort zu Ort verschieden. Die häufigsten Stechmücken schlüpfen aus Tümpeln, die sich bei der Schneeschmelze füllen. Die Saison kann schon im April beginnen, meist werden die Mücken aber im Mai und Juni aktiv. Im Juli ist oft der Höhepunkt, im August lässt es nach, und mit den ersten Frostnächten gibt es deutlich weniger.
Die Larven entwickeln sich je nach Wassertemperatur unterschiedlich schnell: Laut einem NINA-Biologen dauert es bei 10 °C etwa fünf Wochen bis zum Schlupf, bei 20 °C etwa zwei Wochen. Nach einem späten Frühling kommt die Saison später, kann dann aber kurz und heftig sein, weil viele Mücken gleichzeitig schlüpfen.
| Monat | Süden/Fjorde | Fjell | Nordnorwegen |
|---|---|---|---|
| April | keine bis wenig | keine | keine |
| Mai | wenig bis mittel | keine | keine bis wenig |
| Juni | mittel | wenig bis mittel (je nach Schneeschmelze) | mittel, ab Mittsommer viel |
| Juli | mittel | mittel bis viel | viel (Höhepunkt, besonders im Binnenland) |
| August | wenig bis mittel | wenig bis mittel | mittel, abnehmend |
| September | wenig | keine bis wenig | keine bis wenig |
| Oktober bis März | keine | keine | keine |
Mücken nach Region
Süden und Fjorde: Hier geht es meist früher los, dafür ist der Höhepunkt weniger extrem als im Norden. Besonders viele Mücken gibt es im Südosten an den großen Flüssen mit überschwemmten Wiesen und in Wäldern mit Mooren.
Fjell: Im Hochgebirge und auf den Hochebenen beginnt die Saison erst nach der Schneeschmelze. Auf Fjellflächen und in Mooren gibt es eigene Mückenarten, dazu kommt die Kriebelmücke fjellsokk, die auch oberhalb der Baumgrenze häufig ist. Auf windigen Kuppen hast du oft Ruhe, in windstillen Senken mit Mooren nicht.
Nordnorwegen: Die Finnmarksvidda ist für riesige Mückenmengen bekannt. Laut FHI gibt es dort jeden Sommer viele Mücken. Normalerweise kommen sie in vielen Teilen der Finnmark um Mittsommer (Sankthans, Ende Juni), in warmen Jahren schon Anfang Juni. An der Küste ist es wegen Wind und Meeresluft deutlich besser, auch Rentierherden werden im Sommer an die Küste und in höhere Lagen gebracht.
Mücken nach Monaten
Die Tabelle ist eine grobe Orientierung, abgeleitet aus den allgemeinen Beschreibungen von FHI, NINA und NRK, nicht aus Messdaten. Das Wetter eines Jahres kann die Saison um Wochen verschieben, und vor Ort entscheiden Wind, Moore und stehendes Wasser mehr als der Monat.
Wo gibt es wenig Mücken?
- An der Küste und auf Inseln mit Wind vom Meer.
- Auf windigen Kuppen und Pässen, nicht in windstillen Senken.
- Weg von Mooren, Tümpeln und überschwemmten Flussufern.
- Bei kühlem, windigem oder regnerischem Wetter. Laut FHI empfindest du die Plage am stärksten, wenn es windstill, warm und feucht ist.
- Ab den ersten Frostnächten im Spätsommer und Herbst.
Knott, Gnitzen und Bremsen
Knott sind Kriebelmücken: 2 bis 5 mm klein, schwarz bis dunkelgrau, mit gewölbtem Rücken. Ihre Larven leben in fließendem Wasser, deshalb gibt es sie an Bächen, Flüssen und Seeausläufen. Sie schneiden die Haut an, statt zu stechen. Bekannte Arten sind die tuneflue und die fjellsokk im Hochgebirge.
Sviknott (Gnitzen) sind noch kleiner. Sie beißen vor allem in der Dämmerung und nachts und kommen durch normale Mückennetze. Dagegen hilft nur besonders feinmaschiges Netz.
Klegg (Bremsen) beißen schmerzhaft und sind vor allem an warmen, sonnigen Tagen im Hochsommer aktiv, gern in feuchtem Wald und an Mooren. Ab Mitte August gibt es laut FHI kaum noch Bremsen.
Mückenschutz, der funktioniert
Laut FHI wirken Mittel mit DEET, Icaridin oder IR3535. Es gibt sie als Öl, Stift, Tücher, Spray und Roll-on. Mittel mit ätherischen Ölen wirken kürzer. Produkte mit hoher DEET-Konzentration sind nicht für Kinder unter 3 Jahren empfohlen, und DEET kann Kunststoff, Kunstfasern und Leder angreifen.
Ultraschallgeräte, Knoblauch oder Vitamin B haben keine nachgewiesene Wirkung. Mückenspiralen und Verdampfer mit Pyrethroiden solltest du höchstens draußen und sparsam nutzen.
- Kopfnetz mitnehmen, vor allem für Wanderungen im Norden und im Fjell im Juli.
- Dicht gewebte, lange Kleidung, durch die der Rüssel nicht durchkommt.
- Zelt mit feinmaschigem Innenzelt, gegen Gnitzen extra feines Netz.
- Lagerfeuerrauch hält Mücken ebenfalls fern.
- Zeltplatz mit etwas Wind wählen, nicht direkt am Moor oder Tümpel.
Sind Mückenstiche in Norwegen gefährlich?
Nein. Laut FHI sind Mückenstiche in Norwegen ungefährlich, auch wenn sie jucken und anschwellen. Die Schwellung ist eine Reaktion auf den Speichel der Mücke, Antihistaminika können helfen. Kinder reagieren oft stärker als Erwachsene. Sehr selten gibt es starke allergische Reaktionen.
Häufige Fragen
- Ab wann gibt es Mücken in Norwegen?
- Meist ab Mai und Juni, in warmen Jahren im Süden auch schon im April. In der Finnmark kommen sie normalerweise um Mittsommer, in warmen Jahren schon Anfang Juni. Im Fjell geht es erst nach der Schneeschmelze los.
- Wann gibt es die meisten Mücken?
- Im Juli ist oft der Höhepunkt, besonders in Nordnorwegen und auf der Finnmarksvidda. Im August lässt es langsam nach.
- Wann gibt es in Norwegen keine Mücken?
- Mit den ersten Frostnächten, meist im September, gibt es deutlich weniger Mücken. Von Oktober bis in den Frühling musst du nicht mit Mücken rechnen.
- Wie schlimm sind die Mücken im August und September?
- Im August lässt die Plage nach, und auch die Bremsen sind ab Mitte August kaum noch aktiv. Im September sind Mücken nach den ersten Frostnächten kaum noch ein Thema.
- Was ist Knott?
- Knott sind Kriebelmücken, kleine schwarze Fliegen, deren Larven in fließendem Wasser leben. Sie schneiden die Haut an und saugen Blut. Nicht verwechseln mit sviknott (Gnitzen), die so klein sind, dass sie durch normale Mückennetze kommen.
- Welcher Mückenschutz hilft in Norwegen?
- FHI empfiehlt Mittel mit DEET, Icaridin oder IR3535. Dazu ein Kopfnetz, dicht gewebte lange Kleidung und ein Zeltplatz mit etwas Wind. Ultraschallgeräte und Knoblauch helfen nicht.
- Wo gibt es in Norwegen wenig Mücken?
- An der Küste und auf Inseln mit Meereswind, auf windigen Kuppen und weit weg von Mooren. Besonders viele Mücken gibt es im Binnenland des Nordens, etwa auf der Finnmarksvidda.