Nordlicht-Touren in Tromsø im Vergleich
Bus, Minibus, Fotografentour, Boot oder Rentierschlitten: Welche Nordlicht-Tour in Tromsø passt zu dir, was sie kostet und wann sich eine Tour überhaupt lohnt.
Recherchiert und geschrieben von Jonas Lindemann

In Tromsø gibt es Dutzende Anbieter für Nordlicht-Touren, vom großen Reisebus bis zur Fotografentour für acht Personen. Das Prinzip ist immer gleich: Der Guide beobachtet am Nachmittag Wetter und Sonnenaktivität und fährt am Abend dorthin, wo der Himmel am ehesten klar ist. Das kann ein Fjord eine halbe Stunde entfernt sein oder die finnische Grenze drei Stunden weit im Landesinneren. Genau darin liegt der Wert einer Tour.
Tourarten im Überblick
| Tourart | Gruppengröße | Dauer (ca.) | Preis pro Person (ca.) | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Bustour | 30 bis 50 | 5 bis 7 Std. | 1.000–1.400 NOK | kleines Budget, erste Nordlicht-Erfahrung |
| Minibus („Aurora Chase“) | 8 bis 20 | 6 bis 9 Std. | 1.400–2.200 NOK | die meisten Reisenden, flexible Jagd |
| Fotografentour | 4 bis 12 | 7 bis 10 Std. | 1.800–2.800 NOK | gute Fotos, Hilfe bei Kameraeinstellungen |
| Camp mit Lagerfeuer oder Zelt | 10 bis 40 | 4 bis 6 Std. | 1.300–2.000 NOK | Familien, wer nicht weit fahren will |
| Rentier- oder Hundeschlitten | 10 bis 30 | 4 bis 6 Std. | 2.000–3.500 NOK | Erlebnis zusätzlich zu Nordlichtern |
| Boots- oder Fjordtour | 20 bis 100 | 3 bis 4 Std. | 1.200–2.000 NOK | Stimmung auf dem Wasser, ohne lange Fahrt |
Die Preise sind grobe Richtwerte für die Saison 2026/27. Meist inklusive: Transport ab der Innenstadt, warme Getränke und Snacks, oft ein Thermoanzug und Fotos vom Guide.
Welche Tour passt zu dir?
Minibus-Touren sind für die meisten die beste Wahl. Die kleine Gruppe ist flexibel, der Guide entscheidet spontan über das Ziel und fährt bei dichten Wolken auch mehrere Stunden weit. Achte darauf, dass der Anbieter wirklich „jagt“ und nicht immer denselben Platz ansteuert.
Bustouren sind günstiger, aber weniger flexibel. Mit 50 Personen an einem Parkplatz wird es schnell hell und voll. Bei klarem Himmel in der Nähe ist das kein Problem, bei schwierigem Wetter aber ein Nachteil.
Fotografentouren lohnen sich, wenn du mit Kamera und Stativ gute Bilder machen willst. Der Guide hilft bei den Einstellungen und wählt Spots mit Vordergrund. Die Touren dauern oft länger.
Camps, Rentier- und Hundeschlittentouren fahren meist zu einem festen Ort in der Nähe der Stadt. Das Erlebnis ist schön, auch wenn keine Nordlichter kommen, aber bei Wolken fährt niemand weg. Sieh sie als Ergänzung, nicht als einzige Nordlicht-Chance.
Bootstouren bieten Nordlichter über dem Fjord und eine besondere Stimmung. Das Boot kann Wolken aber nicht ausweichen und schaukelt, was Fotos schwierig macht.
Worauf du bei der Buchung achten solltest
- Gruppengröße: Je kleiner, desto flexibler und ruhiger. Frag nach der maximalen Teilnehmerzahl.
- Maximale Fahrzeit: Gute Anbieter nennen, wie weit sie bei Bedarf fahren, bis zu drei Stunden pro Richtung sind möglich. Rechne damit, erst gegen ein bis drei Uhr nachts zurück zu sein.
- Sprache: Einige Anbieter haben deutschsprachige Guides oder feste Termine auf Deutsch. Wenn dir das wichtig ist, buche früh.
- Kleidung: Sind Thermoanzug, Stiefel und Handschuhe inklusive? Das spart dir viel Gepäck.
- Fotos: Viele Guides fotografieren dich vor den Nordlichtern. Frag, ob die Bilder im Preis enthalten sind.
- Stornierung und zweite Chance: Bei vielen Anbietern darfst du bei einer Tour ohne Polarlichter vergünstigt oder kostenlos erneut mitfahren. Was solche Garantien wert sind, liest du in Nordlicht-Garantie.
- Bewertungen: Achte auf aktuelle Bewertungen der letzten Saison, nicht nur auf den Durchschnitt.
Wann du buchen solltest
Buche die erste Tour für einen Abend mit guter Vorhersage, nicht blind für den Anreisetag. Die Nordlicht-Vorhersage zeigt dir bis zu drei Nächte im Voraus, wo Aktivität, Wolken und Dunkelheit zusammenpassen. In der Hochsaison, um Weihnachten, Silvester und in den Winterferien, sind kleine Touren oft Tage vorher ausgebucht. Dann lohnt es sich, einen Termin früh zu reservieren und die flexiblen Stornobedingungen zu nutzen.
Tour oder Mietwagen?
Eine Tour ist die richtige Wahl, wenn du ohne Auto reist, keine Erfahrung mit Winterstraßen hast oder allein unterwegs bist. Der Guide kennt die Spots, liest Wolkenkarten und bringt dich sicher zurück.
Zu zweit oder mehr, mit Wintererfahrung und etwas Vorbereitung, ist der Mietwagen günstiger und flexibler: Ein Tag Auto kostet oft weniger als eine Tour für eine Person. Viele kombinieren beides, eine Tour am ersten Abend und danach auf eigene Faust. Alles dazu im Artikel Nordlichter auf eigene Faust mit dem Mietwagen.
Und manchmal brauchst du keins von beiden: Bei klarem Himmel und guter Aktivität siehst du Nordlichter auch von der Telegrafbukta am Südende der Insel oder von der Bergstation der Seilbahn. Mehr Spots findest du auf der Seite Nordlichter in Tromsø.
Touren mit Kindern
Lange Touren bis tief in die Nacht sind für kleine Kinder anstrengend. Camps mit Lagerfeuer, Rentiertouren oder kürzere Touren in der Nähe der Stadt passen besser. Viele Anbieter haben ein Mindestalter. Mehr dazu in Nordlichter mit Kindern.
Was Touren, Flug und Unterkunft zusammen kosten, rechnest du im Reisekosten-Rechner aus. Die komplette Planung findest du unter Polarlichter-Reise nach Norwegen.