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Parken in Norwegen: Schilder lesen, Park-Apps und Gebühren 2026

Parken in Norwegen: So liest du Parkschilder mit Zeiten in Klammern und in Rot, bezahlst per App und vermeidest Gebühren von 660 bis 990 NOK.

Recherchiert und geschrieben von

Stand 26. September 2026. Dieser Artikel wird noch mit den Originalquellen abgeglichen. Maßgeblich sind die Verordnungen auf lovdata.no, Statens vegvesen und die Polizei.

Parken in Norwegen ist unkompliziert, wenn du die Schilder lesen kannst: Zeiten ohne Klammern gelten werktags, Zeiten in Klammern samstags und rote Zeiten an Sonn- und Feiertagen. Bezahlt wird fast überall per App, Parkautomaten werden seltener. Falsch parken wird teuer, die Gebühren liegen zwischen 660 und 990 NOK.

Parkschilder richtig lesen

Norwegische Parkschilder bestehen meist aus dem blauen P-Schild und einem Zusatzschild mit Zeiten und Bedingungen. Entscheidend ist die Schreibweise der Uhrzeiten:

Angabe auf dem Schild Gilt für
8–17 (schwarz, ohne Klammern) Werktage Montag bis Freitag
(8–15) (schwarz, in Klammern) Samstag
10–15 (rot) Sonntage und Feiertage

Steht auf dem Schild zum Beispiel „8–17 (8–15)“ ohne rote Zeiten, gilt die Regel werktags und samstags. Außerhalb der angegebenen Zeiten gilt die Einschränkung nicht, sofern kein anderes Schild etwas anderes sagt.

Weitere häufige Zusätze auf den Schildern:

  • „Avgift“ (avgift, Gebühr): Parken kostet in der angegebenen Zeit.
  • „2 t“: Höchstparkdauer zwei Stunden (t steht für time, Stunde).
  • „Gjelder ikke …“: Die Regel gilt nicht für eine bestimmte Gruppe, etwa Anwohner.
  • Rollstuhlsymbol: Nur für Fahrzeuge mit Behindertenparkausweis.
  • Ladestecker-Symbol: Nur für Elektroautos, die gerade laden.

Die Verkehrszeichen mit Beispielen und einem Quiz findest du bei den norwegischen Verkehrsschildern.

Bezahlen per Park-App

In Städten und an vielen Ausflugszielen bezahlst du per Smartphone. Verbreitet sind vor allem EasyPark, das viele kommunale und private Zonen abdeckt, und APCOA Flow, das an über 1.200 Parkplätzen in Norwegen genutzt wird. Daneben gibt es weitere Apps einzelner Betreiber. Welche App gilt, steht auf dem Schild am Parkplatz.

Einige Parkhäuser und private Parkplätze erfassen dein Kennzeichen per Kamera. Die App bucht dann automatisch ab. Ohne App kommt eine Rechnung oder eine Gebühr. Lies deshalb das Schild an der Einfahrt, bevor du parkst.

Tipp: Lade die Apps vor der Reise herunter und hinterlege eine Kreditkarte. Im Funkloch an einem Wanderparkplatz ist das schwieriger.

Parkscheibe

Eine Parkscheibe (P-skive) wird in Norwegen nur an manchen Orten verlangt, meist auf kostenlosen Parkplätzen mit begrenzter Parkdauer. Ob eine Scheibe nötig ist, steht auf dem Zusatzschild. Eine Parkscheibe kostet wenig, und wer eine im Handschuhfach hat, vermeidet eine unnötige Gebühr.

Öffentliche und private Parkgebühr

In Norwegen gibt es zwei Arten von Parkflächen, und das merkst du vor allem an der Strafe:

Verstoß Betrag (Stand 2026)
Parkverstoß auf öffentlicher Fläche (Gemeinde, Straße) 900 NOK
Privater oder bezahlter Parkplatz ohne gültiges Ticket 660 NOK
Unberechtigt auf dem Behindertenparkplatz 990 NOK

Öffentliche Parkflächen kontrolliert die Kommune, private Flächen ein Parkunternehmen. Die Gebühr kommt als Zettel an die Windschutzscheibe oder per Post an den Halter, beim Mietwagen über den Vermieter, der meist noch eine Bearbeitungsgebühr aufschlägt. Wenn du die Gebühr für unberechtigt hältst, kannst du beim Betreiber Einspruch einlegen. Wie du Strafen aus Norwegen bezahlst, erklärt der Artikel Bußgeld aus Norwegen. Alle Beträge findest du im Bußgeldrechner.

Behindertenparkplatz

Mit einem gültigen Behindertenparkausweis aus Deutschland darfst du in Norwegen auf ausgewiesenen Behindertenparkplätzen parken. Der Ausweis muss gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe liegen. Auf kommunalen Parkplätzen ist das Parken damit oft kostenlos, sofern kein Schild eine Zahlungspflicht auch für Ausweisinhaber anzeigt. In privaten Parkhäusern gelten eigene Regeln. Der Ausweis erlaubt kein Parken im Halteverbot, auf Gehwegen oder auf Plätzen für Taxis, Busse oder Ladestationen.

Parken auf Hauptstraßen außerorts

Außerhalb geschlossener Ortschaften darfst du auf der Fahrbahn einer Hauptstraße (forkjørsvei, gelbe Raute) nicht parken. Das gilt für viele Europastraßen und Reichsstraßen. Nutze Parkbuchten, Rastplätze (rasteplass) oder Aussichtsparkplätze. Halte außerdem nicht auf Ausweichstellen (møteplass), die sind nur zum Aneinander-Vorbeifahren da. Mehr Grundregeln stehen im Artikel Verkehrsregeln in Norwegen.

Mit dem Wohnmobil über Nacht parken

Im Wohnmobil übernachten darfst du dort, wo das Parken erlaubt ist und kein Schild Übernachtungen verbietet. An vielen Rastplätzen ist die Parkdauer begrenzt, oft auf etwa 24 Stunden. An beliebten Orten verbieten Schilder das Übernachten ganz. Außerhalb von Parkplätzen gelten die Regeln fürs Wildcampen. Wo das erlaubt ist, erklärt der Ratgeber zum Wildcampen in Norwegen, feste Plätze findest du unter Camping.

Alle Themen rund ums Fahren in Norwegen bündelt die Seite Autofahren in Norwegen.

Häufige Fragen

Was bedeuten Zeiten in Klammern auf norwegischen Parkschildern?

Zeiten in Klammern gelten für Samstage. Zeiten ohne Klammern gelten montags bis freitags, rote Zeiten an Sonn- und Feiertagen.

Ist Parken in Norwegen sonntags kostenlos?

Oft ja, aber nur, wenn auf dem Schild keine roten Zeiten stehen. Stehen dort rote Zahlen, gilt die Regel auch sonntags und an Feiertagen. Private Parkplätze und Parkhäuser kosten häufig rund um die Uhr.

Brauche ich in Norwegen eine Park-App?

Nicht zwingend, aber sie macht vieles einfacher, weil viele Parkplätze keinen Automaten mehr haben. EasyPark und APCOA Flow decken einen großen Teil ab.

Was kostet Falschparken in Norwegen?

Auf öffentlichen Flächen 900 NOK, auf privaten oder bezahlten Parkplätzen 660 NOK, auf einem Behindertenparkplatz ohne Ausweis 990 NOK.