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Wie weit ist das Eis zurückgewichen?

Seit über 120 Jahren misst die NVE jedes Jahr, wo die Zungen der norwegischen Gletscher enden. Wähle einen Gletscher und ein Jahr, etwa dein Geburtsjahr oder den ersten Norwegen-Urlaub, und sieh, wie viel Eis seitdem verschwunden ist.

  • 1900

    erste Messung (Bergsetbreen)

  • 70

    Gletscherzungen mit langer Messreihe

  • 39 von 39

    ziehen sich seit 2000 zurück

  • 3.444 m

    größter Rückzug (Lodalsbreen)

Zeitreise: dein Jahr, dein Gletscher

Nigardsbreen

477 m kürzer als 1990

1990 reichte das Eis des Nigardsbreen 477 m weiter ins Tal als bei der letzten Messung 2025. Das sind etwa 14 m pro Jahr.

Seit Messbeginn 1900 insgesamt 3.120 m Rückzug.

Anfahrt, Wege und Touren am Nigardsbreen

Gletscherfront Nigardsbreen 1900 bis 2025Im Jahr 1900 reichte das Eis 3.120 m weiter ins Tal als 2025.
Linie: wie viele Meter die Gletscherzunge weiter talabwärts reichte als bei der letzten Messung 2025. Daten: NVE, Frontmessungen 1900–2025. Rote Linie: 1990.

Rückzug seit rund 1900: die Rangliste

Alle Gletscherzungen, die seit spätestens 1910 gemessen werden und noch gemessen werden. Kein einziger ist heute länger als zu Messbeginn.

Rückzug der Gletscherfront zwischen erster und letzter Messung, in Metern. Daten: NVE.
  1. LodalsbreenJostedalsbreen, 1900–20243.444 m
  2. NigardsbreenJostedalsbreen, 1900–20253.120 m
  3. EngabreenSvartisen und Okstindan, 1903–20252.818 m
  4. AusterdalsbreenJostedalsbreen, 1905–20262.297 m
  5. FåbergstølsbreenJostedalsbreen, 1900–20252.158 m
  6. BrenndalsbreenJostedalsbreen, 1900–20251.984 m
  7. BødalsbreenJostedalsbreen, 1900–20151.604 m
  8. StigaholtbreenJostedalsbreen, 1903–20251.391 m
  9. BuerbreenFolgefonna, 1900–20251.377 m
  10. StorbreenJotunheimen, 1902–20261.338 m
  11. HellstugubreenJotunheimen, 1901–20261.318 m
  12. BriksdalsbreenJostedalsbreen, 1900–20151.221 m
  13. BøverbreanJotunheimen, 1903–20251.058 m
  14. LeirbreanJotunheimen, 1909–20251.054 m
  15. Austre OkstindbreenSvartisen und Okstindan, 1908–2026990 m
  16. BondhusbreaFolgefonna, 1902–2025987 m
  17. StorjuvbreanJotunheimen, 1901–2025955 m
  18. BøyabreenJostedalsbreen, 1900–2014942 m
  19. StyggedalsbreenJotunheimen, 1901–2026834 m
  20. Vetle SupphellebreenJostedalsbreen, 1900–2024664 m
  21. SlettmarkbreanJotunheimen, 1902–2024654 m
  22. StyggebreanJotunheimen, 1909–2025431 m
  23. SupphellebreenJostedalsbreen, 1900–2014252 m

Seit 2000: 39 von 39 Zungen schrumpfen

Die Veränderung seit dem Jahr 2000 für alle Gletscher, die bis mindestens 2020 gemessen wurden. Hier fällt auf, wie schnell auch die Gletscher schrumpfen, die in den 1990er-Jahren noch gewachsen sind.

Rückzug der Gletscherfront seit 2000, in Metern. Daten: NVE.
  1. GråfjellsbreaFolgefonna, 2000–20251.066 m
  2. AusterdalsbreenJostedalsbreen, 2000–2026929 m
  3. BrenndalsbreenJostedalsbreen, 2000–2025898 m
  4. EngabreenSvartisen und Okstindan, 2000–2025883 m
  5. LangfjordjøkelenLyngen und Finnmark, 2000–2025785 m
  6. SteindalsbreenLyngen und Finnmark, 2000–2026735 m
  7. NigardsbreenJostedalsbreen, 2000–2025728 m
  8. BondhusbreaFolgefonna, 2000–2025635 m
  9. RundvassbreenNordland, 2000–2026534 m
  10. Austre OkstindbreenSvartisen und Okstindan, 2000–2026515 m
  11. BuerbreenFolgefonna, 2000–2025513 m
  12. LodalsbreenJostedalsbreen, 2000–2024496 m
  13. RembesdalskåkaHardangerjøkulen, 2000–2025496 m
  14. MjølkedalsbreenJotunheimen, 2000–2026460 m
  15. FåbergstølsbreenJostedalsbreen, 2000–2025457 m
  16. KoldedalsbreenJotunheimen, 2000–2026455 m
  17. TuftebreenJostedalsbreen, 2000–2025425 m
  18. KoppangsbreenLyngen und Finnmark, 2000–2026414 m
  19. LeirbreanJotunheimen, 2000–2025404 m
  20. TrollbergdalsbreenSvartisen und Okstindan, 2000–2026399 m
  21. BøverbreanJotunheimen, 2000–2025395 m
  22. StorjuvbreanJotunheimen, 2000–2025374 m
  23. MidtdalsbreenHardangerjøkulen, 2000–2026369 m
  24. StorsteinsfjellbreenNordland, 2000–2026363 m
  25. StyggedalsbreenJotunheimen, 2000–2026360 m
  26. BotnabreaFolgefonna, 2000–2025345 m
  27. StigaholtbreenJostedalsbreen, 2000–2025335 m
  28. Heimsta MårådalsbreenJostedalsbreen, 2000–2026334 m
  29. HellstugubreenJotunheimen, 2000–2026321 m
  30. SydbreenLyngen und Finnmark, 2000–2026287 m
  31. StorbreenJotunheimen, 2000–2026284 m
  32. TrollkyrkjebreenMøre og Romsdal, 2000–2026238 m
  33. HaugabreenJostedalsbreen, 2000–2025200 m
  34. SkjelåtindbreenSvartisen und Okstindan, 2000–2026191 m
  35. BlomstølskardsbreenFolgefonna, 2000–2025190 m
  36. SlettmarkbreanJotunheimen, 2000–2024169 m
  37. StyggebreanJotunheimen, 2000–2025162 m
  38. Vetle SupphellebreenJostedalsbreen, 2000–2024117 m
  39. SvelgjabreenFolgefonna, 2000–202587 m

Massenbilanz: Gewinn und Verlust Jahr für Jahr

An einigen Referenzgletschern misst die NVE nicht nur die Front, sondern auch, wie viel Schnee im Winter dazukommt und wie viel im Sommer schmilzt. Rote Balken sind Jahre mit Verlust.

Massenbilanz Storbreen 1949 bis 202454 von 76 gemessenen Jahren mit Massenverlust.
Zuwachs (mehr Schnee als Schmelze)VerlustJahresbilanz in Metern Wasser über die ganze Gletscherfläche.

Warum die Zungen unterschiedlich schnell schrumpfen

Eine Gletscherzunge reagiert mit Verzögerung auf das Klima: Erst ändert sich die Massenbilanz oben auf dem Gletscher, Jahre später wandert die Front vor oder zurück. Steile, schnelle Zungen wie Briksdalsbreen reagieren nach wenigen Jahren, lange flache Zungen wie Nigardsbreen erst nach einem Jahrzehnt oder mehr.

Deshalb sind in den 1990er-Jahren vor allem die küstennahen Gletscher gewachsen, nach mehreren sehr schneereichen Wintern: Nigardsbreen, Briksdalsbreen und Engabreen stießen zwischen 1990 und 2000 jeweils um 150 bis 250 m vor. Im trockeneren Landesinneren wie in Jotunheimen und im hohen Norden rund um Lyngen blieben die Zungen dagegen stehen oder zogen sich weiter zurück. Seit etwa 2000 überwiegt überall die Schmelze.

Häufige Fragen zum Gletscherschwund

Wie stark schmelzen die Gletscher in Norwegen?
An fast allen gemessenen Gletscherzungen liegt die Front heute Hunderte Meter bis über drei Kilometer weiter oben als bei Messbeginn um 1900. Nach einer kurzen Vorstoßphase in den 1990er-Jahren ziehen sich seit etwa 2000 praktisch alle zurück.
Warum sind einige Gletscher in den 1990er-Jahren gewachsen?
Mehrere sehr schneereiche Winter an der Westküste brachten den küstennahen Gletschern wie Nigardsbreen, Briksdalsbreen und Engabreen mehr Schnee, als im Sommer schmolz. Die Zungen reagierten mit einigen Jahren Verzögerung und stießen vor. Seit etwa 2000 überwiegt wieder die Schmelze.
Woher stammen die Daten?
Von der NVE, Norwegens Direktorat für Wasser und Energie. Sie misst die Front vieler Gletscher jedes Jahr vom selben Festpunkt aus und veröffentlicht die Reihen offen. Frühe Messungen stammen teils vom Bergen Museum.
Was bedeutet Massenbilanz?
Die Massenbilanz sagt, ob ein Gletscher in einem Jahr Eis gewonnen oder verloren hat: Schnee im Winter minus Schmelze im Sommer, umgerechnet in Meter Wasser über die ganze Gletscherfläche.

Die Gletscher selbst sehen

Daten und Methode

Alle Werte stammen aus den offenen Reihen der NVE (Climate indicator products), abgerufen am 27. September 2026. Gemessen wird der Abstand zwischen Gletscherfront und festen Punkten im Gelände. Fehlt ein Jahr, ergibt sich die Veränderung aus den Nachbarjahren; bei unterbrochenen Reihen setzen wir die neue Reihe an der letzten bekannten Position an. Werte zwischen zwei Messungen sind linear geschätzt.