Angelverbot im Oslofjord und Dorsch-Schutz in Südnorwegen
Seit 2026 gelten im Oslofjord Null-Fischerei-Zonen. Dazu Dorsch-Schutz von Telemark bis Schweden und Heilbutt-Verbot im Süden: Wo du in Südnorwegen noch angeln darfst.
Recherchiert und geschrieben von Jonas Lindemann
Der Süden Norwegens ist für viele deutsche Angler das nächstgelegene Revier: eine kurze Fähre, mildes Sommerwetter, Makrelen am Steg. Gleichzeitig gelten hier inzwischen die strengsten Regeln des Landes. Die Bestände von Küstendorsch und Heilbutt sind so schwach, dass Norwegen große Gebiete ganz oder zeitweise gesperrt hat.
Null-Fischerei-Zonen im Oslofjord seit 2026
Seit dem 1. Januar 2026 gibt es im Oslofjord drei Gebiete, in denen jede Fischerei verboten ist, auch das Angeln mit der Rute und das Angeln auf Lachs und Meerforelle:
- Indre Oslofjord, der innere Fjord rund um Oslo
- Færder, das Schärengebiet vor Tønsberg und Tjøme
- Ytre Hvaler, die äußeren Schären an der Grenze zu Schweden
Die Verordnung gilt bis Ende 2035. Die genauen Grenzen findest du in der Verordnung auf lovdata.no und in den Karten des Fiskeridirektorats. Frag deinen Vermieter, ob dein Haus in oder an einer der Zonen liegt.
Dorsch: Schutz von Vestfold bis Schweden
Im Skagerrak und im Oslofjord ist der Küstendorsch besonders geschützt:
- Innerhalb der Basislinie von Vestfold und Telemark bis zur schwedischen Grenze darfst du keinen Dorsch behalten, das ganze Jahr. Gefangene Dorsche setzt du sofort zurück.
- In den Dorsch-Laichgebieten zwischen schwedischer Grenze und Mandal (Skjernøysund) ist vom 1. Januar bis 30. April jede Fischerei verboten, egal auf welchen Fisch.
- Stellnetze sind im Schutzgebiet ganzjährig verboten, für Touristen ohnehin.
Wo du außerhalb dieser Gebiete Dorsch behalten darfst, gilt südlich von 62° N ein Mindestmaß von 40 cm.
Heilbutt: im ganzen Süden geschützt
Südlich von 62° N, also etwa ab der Halbinsel Stad nach Süden, ist Heilbutt seit dem 12. Juni 2025 ganzjährig geschützt. Das betrifft auch Bergen, den Sognefjord und den Hardangerfjord. Ein Heilbutt am Haken muss sofort zurück.
Was du in Südnorwegen noch fangen kannst
- Makrele von Juni bis September, oft direkt vom Ufer
- Pollack an Tangkanten und Schären, ideal zum Spinnfischen
- Plattfische wie Scholle und Kliesche über Sandgrund
- Lippfische und Hornhecht im Frühsommer
- Meerforelle außerhalb der gesperrten Gebiete und Zeiten
- Forelle in Seen und Bächen mit lokaler Angelkarte
Die besten Monate und Tipps findest du im Revier Südnorwegen.
Kontrollen und Strafen
Die Fischereiaufsicht kontrolliert im Oslofjord und an der Südküste regelmäßig auf dem Wasser und an den Häfen. Wer in einer Null-Fischerei-Zone angelt oder geschützte Fische behält, riskiert Bußgeld und die Beschlagnahme der Ausrüstung. Im Zweifel: Nicht angeln, bis du die Grenzen kennst.
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